Justiz-Alarm
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Abschnitt 05 / Zahlen, Länder & Personal · Kapitel 1 von 4

Fälle, Stellen, Köpfe: Welche Zahl misst was?

Köpfe, Vollzeitäquivalente, Planstellen, Eingänge und Erledigungen dürfen nicht vermischt werden.

Inhaltsverzeichnis & Kapitel

Menschen oder Arbeitskapazität?

Ein Personalbestand kann Personen zählen oder Vollzeitäquivalente. Zwei Menschen mit je halber Stelle ergeben zwei Köpfe, aber eine Vollzeitkapazität. Planstellen bezeichnen dagegen eine haushaltsrechtliche Ausstattung; sie können unbesetzt sein. Ein Vergleich von 1.000 Planstellen in Land A mit 950 tatsächlich beschäftigten Personen in Land B ist ohne weitere Erläuterung irreführend.

Ebenso wichtig ist die Grundgesamtheit: nur Richter oder Richter und Staatsanwälte gemeinsam? Nur Landesdienst oder Bund und Länder? Nur hauptamtliche Richter oder auch Ehrenamtliche? Stichtagsbestand oder Jahresdurchschnitt? Die historische bundesweite Größenordnung von rund 22.000 Richtern bezieht sich hier auf die in der IW-Analyse verwendete Datenbasis 2022, nicht auf eine aktuelle Kopfzählung im September 2026.

Verfahren sind nicht Personen

Die staatsanwaltschaftliche Ermittlungsstatistik erfasst Verfahrensvorgänge. Ein Vorgang kann mehrere Beschuldigte betreffen; eine Person kann in mehreren Vorgängen vorkommen. Eingänge, Abgaben und Erledigungen sind Verfahrensbewegungen und nicht unmittelbar eine Kriminalitätszählung. Die Statistik gegen bekannte Tatverdächtige ist außerdem nicht identisch mit allen Anzeigen gegen Unbekannt.

Bestand und Bewegung auseinanderhalten

Neueingänge und Erledigungen beziehen sich auf einen Zeitraum. Offene Verfahren sind ein Bestand an einem Stichtag. „Offen“ bedeutet nicht, dass eine Akte nie angefasst wurde. Ein Verfahren kann bereits intensiv bearbeitet worden sein und trotzdem noch auf ein Gutachten, eine Auskunft oder weitere Ermittlungen warten. Die Beschreibung als „unbearbeitet“ wäre deshalb pauschal falsch.

Was aus den Daten nicht folgt

Eine hohe Einstellungsquote ist keine Korruptionsquote. Eine hohe Verurteilungsquote beweist nicht automatisch die Qualität der Ermittlungen. Eine große Zahl offener Verfahren zeigt Belastung, aber nicht allein deren Ursache. Ein Ländervergleich ohne Berücksichtigung von Bevölkerung, Zuständigkeiten, Fallstruktur und Registrierungspraxis darf nicht als Rangliste rechtsstaatlicher Qualität ausgegeben werden.

Regel dieses Dashboards: Jede Zahl bekommt Bezugsjahr, Einheit und Herkunft. Fehlende Daten sind als fehlend markiert, niemals als Null.
Quellen und Abgrenzung: PERSONAL2022 FALL2024 LAENDER2024 FDS

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Keine automatische Einreichung. Eine Strafanzeige ersetzt keine Klage, kein Rechtsmittel und keine Fristprüfung. Strafprozessordnung, Paragraph 158

Originalquellen dieses Kapitels

PERSONAL2022 · Wissenschaftliche Einordnung

IW-Kurzbericht 76/2024: Hat Deutschland zu viele Richter?

Vom Institut veröffentlichte Analyse auf Grundlage amtlicher Daten; rund 22.000 Richter und 6.500 Staatsanwälte im Bezugsjahr 2022. Keine eigene aktuelle Personalvollerhebung.

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FALL2024 · Amtliche Statistik

Destatis: 950.900 offene Ermittlungsverfahren Ende 2024, PM 360 vom 06.10.2025

Amtlicher Suchindextext recherchiert; Direktabruf lieferte 403. Gerundete Bundeswerte; Basisjahr 2024, keine Behauptung, dies seien die neuesten veröffentlichten Daten.

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LAENDER2024 · Amtliche Statistik

GENESIS 24211-0010: erledigte Ermittlungsverfahren 2024 nach Ländern

16 Zahlen aus dem zugänglichen Index des amtlichen CSV-Angebots erfasst. Summe 5.464.278 mit gerundetem Bundeswert abgeglichen; Original-CSV nicht lokal herunterladbar.

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FDS · Amtliche Antwort in Drittportal

IFG-Antwort des Bundesamts für Justiz vom 23.11.2023: Personalbestand an Gerichten

Antworttext und Anhangstitel im Suchindex erfasst; Anhänge nicht abrufbar. Daraus wurden keine Personal- oder Alterswerte abgeschrieben.

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Inhalt aus dem freigegebenen Dossier, Redaktionsstand 23.09.2026. Technische Bereitstellung als Leseseite: 25.09.2026. Keine erneute fachliche Prüfung durch diese Umstellung.